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Dokument Nr. 43:
Der neue Schweizerische Republikaner (Jg.1800), ein Regierungsorgan der Helvetik.
Daraus entnommen:
Die helvetische Gesetzgebungsdebatte zum Hausieren. Der vollständige Text als .pdf

Kommentar:
Die Debatte erfolgte in beiden Kammern des helvetischen Parlaments und führte zum Gesetz vom 11ten Heumonat (Juli) 1800 über die Hausierer, das am 1. November 1800 in Kraft trat. Es ist der Debatte nicht zu entnehmen, dass daran auch Hausierende selber teilgenommen hätten.
Die Debatte steht teilweise in der Nachfolge der früheren Mandate der alten eidgenössischen Orte gegen die "frömbden Krämer", "Landstreichergesindel" etc. Einige Redner vertreten auch die von der Helvetik an sich propagierten menschenrechtlichen Grundsätze sowie die mit diesem Gesetz eingeschränkte Gewerbe- und Handelsfreiheit. Mit der Verkündung solcher Prinzipien war die Helvetik 1798 eigentlich gestartet.
Die Debatte nimmt auch spätere Regelungen (Patente) vorweg und erwähnt die verschiedenen Branchen des damaligen Hausiergewerbes, dessen grössere Verbreitung in Berggebieten sowie den Umstand, dass manche angesehene Kaufleute ursprünglich Hausierer gewesen waren.
Am Schluss der Debatte, eigentlich schon in der Debatte zum Erlass des Gesetzes über die Niederlassung der Fremden sowie in dessen hier ebenfalls wiedergegebenen Text selber, zeigen sich auch isolationistische Tendenzen, die in späteren Phasen der Schweizer Geschichte wirksam blieben.
Der neue Schweizerische Republikaner publizierte die öffentlichen Parlamentsdebatten, Petitionen und Regierungsdeklarationen von Mai bis Dezember 1800, ergänzt mit einigen sonstigen Beiträgen. Die Publikation wurde von Johannes Konrad Escher (später Escher von der Linth genannt) und Paul Usteri herausgegeben; diese waren selber aktive Politiker.